FSV Hellas Schierstein – SG Selters 1:4 (1:0)
SG Weilmünster/Laubuseschbach – SG Selters II 4:5 (3:1)

von Marius Schönherr

Letzter Spieltag der Gruppenliga Wiesbaden und Kreisliga A Limburg-Weilburg, unterschiedliche Spielorte für die Mannschaften der SG Selters. Während die SG Selters II ihre gute Saison bei der SG Weilmünster/Laubuseschbach beendet, schließt die erste Mannschaft ihren Gruppenligaaufenthalt im Wiesbadener Stadtteil Schierstein ab. Anfänglich noch mit Startschwierigkeiten, liegt die SG Selters auf beiden Plätzen zurück, in Halbzeit zwei drehen die „Wassermänner“ jedoch beide Partien. Was daraufhin im heimischen „Alten Bahnhof“ passiert, sucht seinesgleichen.

Noch vor der Abfahrt nach Schierstein steht fest: Unsere Nachbarn haben uns in der Kreisoberliga vermisst und heißen die SGS mit einem Schriftzug willkommen. Ob man im Endeffekt wirklich von Vermissen reden kann, wenn man seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr in dieser Liga gegeneinander gespielt hat, steht auf einem anderen Blatt.
Kurz nach der Ankunft in Schierstein flatterten bereits die ersten Tormeldungen der zweiten Mannschaft von ihrem 30 Minuten früher angepfiffenen Spiel herein. Die SG Weilmünster/Laubuseschbach ging früh durch Fabian Hartmann in Führung (6.), doch Mark Freihube glich kurze Zeit später aus (17.). Nun war auch das Spiel auf dem Kunstrasen im heißen Schierstein angepfiffen. Jannik Ernet bescherte seinem Team mit einem Schnittstellenpass auf den gestarteten Justin Wolter die erste große Chance des Spiels, doch Wolters Abschluss war zu harmlos und Ernet selbst scheiterte im Nachgang an Hellas Schlussmann Giovanni Buffone, dessen Name mehr an eine italienische Torhüterlegende erinnert als seine flutschigen Hände, der zur Ecke klärte. Kapitän Samuel Stähler fand den Kopf von Jannik Ernet, der Ball jedoch nicht den Weg ins Netz – drüber (8.). Auch Jan Pabst zielte 120 Sekunden später am Tor vorbei (10.). Beinahe zeitgleich brachte Nils Nickel seine Farben in Laubuseschbach per schönem Fallrückzieher erneut in Führung (37.), ehe Fabian Hartmann noch vor der Halbzeit seinen Doppelpack schnürte und es mit 3:1 in die Halbzeitpause ging.
Von der Halbzeitpause war man in Schierstein bei brütender Hitze noch weit entfernt, als SGS-Keeper Niklas Muth seiner Mannschaft mit einer super Tat das Unentschieden rettete. Benjamin Aziz Nefatti war nach einem Fehler in der Defensive frei durch, fand jedoch in Muth seinen Meister. Als sein kongenialer Offensivpartner Athanasios Nakos fünf Zeigerumdrehungen später frei vor dem Tor auftauchte und zum Erschrecken aller SGS-Beteiligten die Fahne des Linienrichters unten blieb, gingen die Griechen dann doch in Führung (17). Bitter für die Elf von Patrick Jahn und Dominic Voss, die gegen defensiv schwach agierende Gastgeber vor allem im Ballbesitz noch nicht richtig zur Geltung kamen.
Apropos Offensive: Im heimischen Landkreis brachte Colin Jones die SGS II wieder zurück ins Spiel (70.). Die Freude hielt jedoch nicht lange an, denn auch Nils Nickel schaffte den Doppelpack und stellte den alten Abstand wieder her (73.). Bei der Gruppenligabegegnung wurde es unmittelbar vor der Pause nach einer langen Durststrecke, in der beide Teams zeigten, wieso sie die Liga verlassen werden, noch einmal offensiv anschaulich: Jan Pabst zog aus der Distanz ab, wieder war Giovanni Buffone nicht gerade die Sicherheit in Person, verhinderte das Tor aber (39.). Auf der anderen Seite köpfte Stefan Talevski nach einer Flanke knapp vorbei und in der Nachspielzeit lag die Kugel nach einer Flanke Jannik Ernets und einem Kopfball von Dominic Voss im Netz, am Spielstand änderte sich aber nichts, da diesmal die Fahne des Schiedsrichterassistenten nach oben ging; erneut war die Richtigkeit dieser Entscheidung fraglich (45.+2) – Halbzeit.
In der letzten Halbzeitansprache forderte das Trainerduo Jahn/Voss die drei Punkte und machte seinem Team deutlich, dass der Auswärtssieg an diesem Nachmittag möglich war. Wie möglich dies war, machte Dominic Voss selbst nach 57 Minuten deutlich, als Yannik Walli über rechts durch war und ihn bediente; der Ausgleich. Im Taunus tat es die Reservemannschaft seiner ersten Mannschaft gleich, Nico Rossel (82.) und Tom Rieth (86.) besorgten mit einem Doppelschlag den Ausgleich in der Schlussphase der Kreisliga A. Und dann wurde es – klammerte man den Abstieg an diesem Sonntag einmal aus – märchenhaft; Stichwort Doppelschlag: Diesen realisierten in der Landeshauptstadt Jannik Ernet und Justin Wolter. Wolter „fuddelte“ sich durch die Abwehr des FSV und die Kugel landete bei Ernet, der einschob (63.), ehe Yannik Walli erneut von der rechten Seite einen Abnehmer in der Mitte fand und Wolter für eine kleine Vorentscheidung sorgte (64.). Als Nico Homburg quasi zum selben Zeitpunkt der SGS-WhatsApp-Gruppe mitteilte, dass Oliver Tausch in seinem letzten Spiel für die „Wassermänner“ in der 88. Minute den Siegtreffer erzielte und die SG Selters II somit die Saison auf Platz sechs beendet, war der Moment perfekt. Nun galt es für den Letztplatzierten, die Führung ins Ziel zu bringen, um den Sonntag zu veredeln. Niklas Muth hielt nach 75 Minuten das Ergebnis gegen Athanasios Nakos fest, bevor der eingewechselte Luis da Conceicao nach einem Bock in der Hellas-Defensive das leere Tor anvisierte und den 1:4-Endstand klarmachte.
Doch in Schierstein war trotz des Sieges nicht alles perfekt: Die einzig kalte Kiste Bier von Hellas war nur ein Tropfen auf beziehungsweise in durstigen SGS-Leibern, glücklicherweise half der SV Schierstein seinen „Mitbewohnern“ aus und stellte gekühlten Gerstensaft zur Verfügung. Als der SG-Bus mit guter Laune ins heimische Selters geklappert war und sich alle im „Alten Bahnhof“ versammelt hatten, folgte ein Fest in der vertrauten Kneipe, welches man bei allen Teilnehmern während der langen Coronazeit schmerzlich vermisste. Es fehlte an nichts, die Kaltgetränke flossen in Strömen, die Nachbarn mussten mit dem Gesang zurechtkommen und das scheidende Trainerduo um Patrick Jahn und Dominic Voss sorgte mit einer umgedichteten SG-Version eines aktuell sehr bekannten „Flipper“-Liedes für einen Schmankerl.

Nun heißt es drei Wochen Kräfte tanken, ehe das neue Trainerteam um Benjamin Maurer, Stefan Rieth, Stefan Kloft und Martin Fuhrmann Anfang Juli wieder zum Tanz bittet.
Die SG Selters verabschiedet sich in die Sommerpause und freut sich, ihre Fans in der neuen Saison auf den heimischen sowie fernen Sportplätzen begrüßen zu dürfen.

   

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