von Marius Schönherr

SG Selters II – FSG Dauborn/Neesbach 1:2 (1:0). 

Nach dem positiven Ergebnis im Derby gegen den SV Erbach unter der Woche geht es drei Tage später im nächsten Nachbarschaftsduell gegen die FSG Dauborn/Neesbach um weitere, wertvolle Punkte. Die SGS-Reserve schafft es nicht, im ordentlichen ersten Durchgang das Spiel zumindest teilweise zu entscheiden und vergibt mehrere hundertprozentige Chancen. In der Folge zeigt die SGS II ein erschreckendes Gesicht und der Gast dreht das Spiel - und das nicht einmal zu Unrecht. 

Die SG Selters II, die im Vergleich zum Spiel unter der Woche beinahe die komplette Abwehrreihe austauschte, begann mit Fabian Fuchs, Calvin Rossel, Oliver Tausch und Jannis Gattinger in der Viererkette, Emre Can kehrte ins Mittelfeld zurück. Die Gastgeber starteten hervorragend: Luca Jeck schickte Marvin Annecke Petri ins Laufduell, der wiederum an FSG-Ersatztorwart Calvin Endler scheiterte und somit die erste gute Gelegenheit vergab (3.). Kurze Zeit später zielte Sargon Odisho aus 15 Metern knapp neben das Gehäuse von Niklas Muth (7.). Eine kleine Durststrecke ohne Torraumszenen beendete Marvin Annecke Petri, als er auf Höhe der Mittellinie den entscheidenden Zweikampf gegen Steffen Helfenstein gewann, sich mit seiner Geschwindigkeit durchsetzte und den Ball – man mag es kaum glauben – neben den linken Pfosten schoss (22.). Drei Minuten später hatten die Gastgeber dann aber doch Grund zum Jubeln: Luca Jeck bediente mit langem Ball im letzten Angriffsdrittel Kapitän Felix Vormann, der die überfällige Führung erzielte. Es war gut eine halbe Stunde gespielt, da mussten alle auf SGS-Seiten kräftig durchatmen, als Sebastian Frassmann mit einem zentral gelegenen, eigentlich harmlosen Schuss aus 16 Metern nur den Querbalken traf und die SG-Defensive den Nachschuss verhindern konnte (31.). Auch fünf Zeigerumdrehungen später wurde es enorm gefährlich, diesmal war es jedoch Fabian Fuchs, der nach einer FSG-Ecke von Jonas Strom auf der Torlinie rettete. Ärgerlich für den Gastgeber, dass Stürmer Christian Roos vier Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit seinen Lupfer frei vor dem Gäste-Tor völlig überhastet und auch zu hoch ansetzte und damit vielleicht mehr als nur das zweite Tor versäumte. Die FSG, durch zwei verletzungsbedingte Wechsel schon geschwächt, wirkte in der Offensive aber insgesamt zu harmlos, auch weil die "Wassermänner" im Kollektiv gut verteidigten.

Nicht zu erklären aus Sicht aller Blau-Roten war jedoch die zweite Halbzeit, in der das Team von Stefan Rieth und Stefan Kloft all ihr fußballerisches Können einstellte und das Spiel, in dem sicherlich auch die FSG Dauborn/Neesbach nicht ihr bestes Gesicht zeigte, aus der Hand gab. Die Heimelf übergab dem Gegner – man kann schon fast von Gastfreundlichkeit sprechen – alle Spielanteile und versenkte sich quasi selbst. Sebastian Frassmann vergab nach einer Ecke knapp (52.), 120 Sekunden später zog Markus Bozan, der es immer wieder aus der Distanz versuchte, aus 20 Metern ab und Niklas Muth klärte zur Ecke. Der Ausgleich lag also in der Luft und sollte auch bald fallen. Die 60-Minuten-Marke war gerade überschritten, da erzielte Sargon Odisho nach einem Eckstoß aus dem Gewühl heraus das 1:1 (61.). Genau zehn Minuten später legte sich Markus Bozan einen Freistoß in 18 Metern Torentfernung zurecht. Nachdem er einige Male zuvor deutlich zu hoch gezielt hatte, überwand er die Mauer und traf ins linke, untere Eck zur umjubelten Führung (71.). In der Schlussphase der Partie wollte die SGS II natürlich noch den Ausgleich erzielen, von außen hatte man aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass dieser noch fallen könnte - zu schwach präsentierten sich die Hausherren in all ihren Mannschaftsteilen, zumal einfachste Dinge nicht mehr gelangen. Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit schickte Schiedsrichter Ömer Koc Luca Jeck nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Feld. In der Nachspielzeit hätte der Gastgeber fast tatsächlich noch getroffen, doch einen Freistoß von der rechten Seite, geschlagen von Colin Jones, entschärfte Calvin Endler mithilfe des Querbalkens (90.+1).

Nach Abpfiff blieb eine wütende Selters-Reserve zurück, die mit sich alles andere als zufrieden war. Hatte man in Durchgang eins noch die Möglichkeiten, die drei Punkte in Niederselters zu behalten, baute man nach der Pause komplett ab und gab das Spiel gegen einen biederen Gegner unverständlicherweise aus der Hand.

Am Donnerstag geht es im Pokalfinale der Reserven gegen Gruppenligist SV Rot-Weiß Hadamar II, gegen die mit der aktuellen Leistung ein Wunder sicherlich ausbleiben wird. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung wird man versuchen, das Spiel so lange wie möglich offenzuhalten und den Favoriten zumindest zu ärgern - das wird aber nur mit taktischer Disziplin funktionieren.

Selters II: Muth, Fuchs, C. Rossel, Jeck, Roos, Can, Vormann, Freihube, Gattinger, Annecke Petri, Tausch (Grohmann, Brunner, Jones) - Dauborn/Neesbach: Endler, Hofmann, M. Coester, S. Helfenstein, Göpfer, Odisho, J. Frassmann, Strom, D. Helfenstein, Bozan, Ben Hadj Ali (M. Strom, Jäger, Susic) - SR: Ömer Koc (Mainz-Kostheim) - Tore: 1:0 Felix Vormann (25.), 1:1 Sargon Odisho (61.), 1:2 Markus Bozan (71.) - Gelb-Rot: Luca Jeck (S./85.) - Zuschauer: 130.

   

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