von Patrick Jahn

TuS Lindenholzhausen - SG Selters II 4:0 (1:0).

Die Vorzeichen standen für Selters II gar nicht mal so schlecht. Mit zuletzt zwei Siegen sowie dem Einzug ins Pokalfinale hätte das Team von Stefan Rieth und Stefan Kloft durchaus selbstbewusst auftreten können, zumal der Widersacher zuletzt drei Pleiten in Folge eingesteckt hat. Doch es kommt alles anders. Die "Wassermänner" bieten eine derartige Minusleistung an, so dass biedere "Holleser" überhaupt keine Probleme haben und relativ locker mit 4:0 gewinnen.

Wie ist diese Kluft aus Sicht der Selterser Reservisten zu erklären? Das Trainerduo wirkte schon nach der ersten Halbzeit ratlos. Mit der überragenden Leistung gegen den FC Dorndorf II im Kreispokal-Halbfinale im Rücken standen die Vorzeichen gut, auch in Lindenholzhausen zu punkten. 15 Minuten lang sah auch alles gar nicht mal so schlecht aus. Nach Ecke von Luca Jeck kam Mark Freihube zum Kopfball, doch Torhüter Sebastian Schmitt hatte keine Probleme, die zu zentral gesetzte Kugel zu halten (7.). Zwar wurde es danach nicht mehr wirklich gefährlich, durch frühes Anlaufen war die TuS aber kaum in der Lage, sich geordnet zu befreien. Doch das änderte sich nach einer Viertelstunde und spätestens dann, als einer von ganz wenigen Seltersern mit Normalform, Torwart Niklas Muth, erstmals eingreifen musste: Nach einer Flanke des agilen Moritz Trabusch kam Niklas Rompel zum Kopfball, doch der Schlussmann lenkte den Ball ganz stark über die Latte (21.). Diese Szene war der Startschuss dafür, dass bei den Gästen gar nichts mehr laufen sollte. Wieder war Niklas Muth zur Stelle, als Moritz Trabusch über die behäbige rechte Abwehrseite frei durchgekommen war, dann aber am Keeper scheiterte (23.). Spielerisch wirkten beide Teams dennoch bieder, und der Ball war gefühlt nur in der Luft, fast gar nicht auf dem Boden. Wieder pennte die Selterser Defensive wenig später, als Robin Jung einen Torschuss von Moritz Trabusch zum 1:0 über die Linie abstaubte (24.). Den Gästen war damit eigentlich schon der Stecker gezogen. Lediglich einmal keimte Gefahr auf, als Mark Freihube im gegnerischen Strafraum zu Fall gebracht worden war, die Pfeife von Schiedsrichter Christoph Schneider, der zwar keine großen Fehler machte, irgendwie aber genauso schlecht wie die "Wassermänner" operierte, stumm blieb (37.). 

Im zweiten Akkord wollten sich die Gäste steigern - und das mussten sie auch. Bis auf einen Schuss aus der Drehung von Gruppenliga-Leihgabe Dominic Voss, passierte in einer trägen Offensive nichts (49.). Selters II schlug sich bald danach quasi selbst. Ein verursachter Freistoß an der Seitenauslinie, der so nötig war wie ein Mund-Nasen-Schutz in den eigenen vier Wänden, bedeutete das 2:0: Wieder war die überforderte Defensive nicht in der Lage zu klären, und Niklas Simonis vollstreckte (53.). Wer dann hoffte, die Gäste könnten sich noch einmal aufbäumen, wurde bitter enttäuscht. Im Gegenteil: Es wurde alles noch viel schlechter. Wäre der starke Niklas Muth nicht gewesen, der gegen Namensvetter Rompel parierte (61.), hätte die Partie in einem Debakel enden können. "Hollese" verspürte mit der sicheren Führung im Rücken eine gewisse Leichtigkeit, musste sich aber auch nicht groß anstrengen, um noch zwei weitere Treffer zu erzielen. Erst war es erneut Robin Jung, der erfolgreich war (72.), dann vollendete der eingewechselte Tizian Rompel auf Zuspiel von Moritz Trabusch und besorgte den 4:0-Endstand (79.). 

Am Ende durfte es am hochverdienten Sieg der Gastgeber, denen eine mittelmäßige Leistung ausreichte, keine Zweifel geben. Umso schlimmer aus Sicht der "Wassermänner" der wieder einmal miserable Auftritt auf fremdem Terrain, für den das Trainerduo Aufarbeitung betreiben wird. 

Gelegenheit zur Wiedergutmachung hat die SG Selters II bereits am kommenden Donnerstag im Heimspiel gegen den SV Erbach. Der hat seinerseits vorgemacht, wie man auswärts auftritt - der 3:2-Erfolg in Eschhofen dürfte Auftrieb geben.

Lindenholzhausen: Schmitt, Zuleger, Simonis, J. Fachinger, Becker, N. Rompel, Rudolph, Jung, E. Fachinger, Trabusch, Celik (T. Rompel, Veil) - Selters II: Muth, Fuchs, C. Rossel, Jeck, Roos, Can, Vormann, Freihube, Gattinger, Voss, Tausch (Freisinger, N. Rossel, Jones) - SR: Christoph Schneider (Wiesbaden) - Tore: 1:0 Robin Jung (24.), 2:0 Niklas Simonis (53.), 3:0 Robin Jung (72.), 4:0 Tizian Rompel (79.) - Zuschauer: 90.

   

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