SG Selters II - TSG Oberbrechen 2:1 (0:1).

Nach dem krachenden 9:1-Erfolg gegen die FSG Gräveneck/Seelbach kommt das kleine Derby gegen Aufstiegsaspirant TSG Oberbrechen für die SG Selters II zu einem keineswegs schlechten Zeitpunkt. Ein Spiel, das vor zwei bis drei Wochen vermutlich noch mit einer Klatsche für die Selterser Reservisten geendet hätte, offenbart Qualitäten, die der Mannschaft von Lars Gendritzki wohl nur die wenigsten zugetraut hätten. Nach 0:1-Pausenrückstand zeigen die "Wassermänner" Moral, unbändigen Willen, Kampfgeist und wirken auch spielerisch gefestigter. Der 2:1-Sieg lässt den ganzen Verein hoffen, dass der Klassenerhalt doch nicht ganz so utopisch ist.

Von Beginn an behakten sich beide Mannschaften am Limit. Intensive Zweikämpfe, auch mal die eine oder andere etwas ruppigere Aktion und eine ordentliche Stimmung außerhalb des Plaztes ließen die Zuschauer auf 90 interessante und spannende Minuten hoffen. Und genauso kam es auch. Die TSG erwischte den besseren Start und wirkte gegen defensiv eingestellte Hausherren überlegen. Bereits nach fünf Minuten hätten die Gäste führen können, doch Steve Hönscher schloss nach langem Ball von Spielertrainer Alexander Schraut zu überhastet ab und zielte drüber. Auf der anderen Seite setzte sich A-Junior Justin Wolter im Zweikampf durch, legte den Ball zu Nico Rossel zurück, der jedoch im letzten Moment noch entscheidend gestört wurde (7.). Die Partie blieb ansehnlich, denn Torraumszenen kamen nicht zu knapp. Mohammed Al Mohammad, gefährlichster Gästeakteur an diesem Abend, verfehlte das Ziel mit einem 18-Meter-Schuss knapp. Vor allem in dieser Phase hatte Oberbrechen mehr vom Spiel, weil den Selterser Reservisten zu viele kleine Fehler unterliefen. Die Folge war der Führungstreffer des Favoriten. Nach einer Flanke von der linken Seite bekam die Heimelf das Leder nicht aus der Gefahrenzone, und Steve Hönscher sorgte aus fast unmöglichem Winkel mit Hilfe des Innenpfosten für das 0:1 - das hatte schon was von Slapstick (29.). Selters II wurde durch den Gegentreffer agiler, verbuchte durch Felix Vormanns Schuss von der Strafraumgrenze, der links vorbei ging, eine Gelegenheit.

Was auch immer in der Kabine der Platzherren passiert sein muss, es hatte gefruchtet. Die Hausherren kamen ganz stark aus der Pause und waren sofort bestimmend. Mit situativem Anlaufen kam die TSG nicht zurecht und wurde mehr und mehr in die Defensive gedrängt. Oliver Tauschs Schussversuch landete aus 18 Metern am Außennetz (50.). Es roch nach dem Ausgleich, der bald danach auch folgte. Nach einer Freistoßhereingabe von Oliver Tausch wude der eingewechselte Emre Can beim Schuss geblockt, doch Christian Roos, dem der Ball vor die Füße fiel, "murmelte" sich in gewohnter Manier durch den Sechzehner und schloss zum 1:1-Ausgleich ab (58.). Die Hoffnung auf den Kirmessieg war zurück. Oberbrechen wirkte geschockt, hatte durch Finn Ole Schumacher, dessen Heber auf dem Tordach landete, aber eine gute Gelegenheit zum 1:2 (67.). Insgesamt war das aber zu wenig, um die ansonsten starke SGS-Defensive in Verlegenheit zu bringen, denn fortan waren wieder die Gastgeber am Zug. Und wie: Nach einem Einwurf und der folgenden Kopfballverlängerung Jannis Gattingers schaltete Philipp Freppon am Schnellsten und markierte das 2:1 (69.). Nur 120 Sekunden danach hätten die "Wassermänner" nachlegen können, doch nach Pass von Philipp Freppon bedeutete der Heber von Christian Roos keine große Mühe für TSG-Keeper Florian Münkel (71.). Die TSG musste mehr investieren und zog noch einmal die Zügel an. Bis auf einen strammen 20-Meter-Kracher von Al Mohammad, den Torwart Niklas Muth stark entschärfte, wirkten die Gäste aber zu harmlos (72.). Auf der anderen Seite hätte Justin Wolter nach einer Ecke das 3:1 besorgen können, doch aus kurzer Distanz landete das Spielgerät im Abendhimmel (74.). Als Oberbrechen alles auf eine Karte setzte, versäumte Philipp Freppon nach einem Konter mit der "Pieke" die Entscheidung (90.+1).

Die nicht ganz verständliche 6-minütige Nachspielzeit des ansonsten tadellosen Schiedsrichters Sebastian Semrau verlangte dem Einheimischen noch einmal alles ab, doch es blieb beim aufgrund der zweiten Hälfte verdienten 2:1-Sieg der SG Selters II. Durch die Niederlage hatten die Hoffnungen der TSG, die mit der Rückkehr in die Kreisoberliga liebäugelt, einen herben Dämpfer erhalten, während der zweite Selterser Anzug nach dem zweiten Sieg in Serie nun endgültig in der Kreisliga A angekommen zu sein scheint.

Nach der wohl verdienten Kirmespause geht es für die SG Selters II am 13. Oktober mit dem Heimspiel gegen die FSG Dauborn/Neesbach weiter.

Selters II: Muth, C. Rossel, Fuchs, Tausch, Gotthardt, Wolter, Jeck, Roos, N. Rossel, Vormann, Gattinger (Can, Freppon, Knödler) - Oberbrechen: Münkel, Wagner, E. Eufinger, Schraut, Rudloff, P. Schneider, T. Kreimer, J. Kremer, Hönscher, Schumacher, Al Mohammad (K. Kremer, Lorse, F. Eufinger) - SR: Semrau (Hünfelden) - Tore: 0:1 Steve Hönscher (29.), 1:1 Christian Roos (58.), 2:1 Philipp Freppon (69.) - Zuschauer: 110.

   

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