von Marius Schönherr

SG Heringen/Mensfelden – SG Selters II 6:3 (1:3)

Nach der Niederlage beim Aufstiegskandidat Oberbrechen geht es knapp eine Woche später zur SG Heringen/Mensfelden. Nach einem fulminanten Start, in der die SGS-Reserve die Gastgeber dreimal überrennt, gelingt es dem Favoriten, die Selterser wieder zurück auf den Boden der Tatsachen zu bringen. Mehrere individuelle Fehler und Unachtsamkeiten sorgen dafür, dass man trotz eines ordentlichen Auftritts mit leeren Händen nach Hause fahren muss. Das 6:3 fühlt sich für die "Wassermänner" extrem bitter an. 

Die Begegnung, die aufgrund der schlechten Witterung auf dem Kunstrasenplatz in Kirberg ausgetragen wurde, hätte für die SG Selters II nicht besser starten können. Schon nach zwei Minuten war Justin Wolter über links auf und davon und erzielte nach Doppelpass mit Luca Jeck die 1:0-Führung. Nur 120 Sekunden später schickte Henning Gotthardt Stürmer Christian Roos, der jedoch unter Bedrängnis zu harmlos abschloss – Jens Lendle parierte ohne Probleme. Als jedoch erneut Justin Wolter vor ihm auftauchte, war er machtlos. Christian Roos hebelte mithilfe des Linksaußen per Doppelpass die Abwehr aus, Wolter spielte seine Schnelligkeit aus und vollstreckte eiskalt zum 0:2 (8.). Nach 19  Minuten dachten sicherlich schon einige Zuschauer, dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt gelaufen sei. Luca Jeck leitete mit einem langen Pass auf den aus der Innenverteidigung gestarteten Fabian Fuchs den Konter ein, der schlussendlich bei Christian Roos landete, der die Kugel zum 0:3 in die Maschen beförderte. Die SG Heringen/Mensfelden gab sich jedoch nicht auf und zeigte in der Folgezeit, wieso sie sich im oberen Drittel der Kreisliga A-Tabelle befindet. Lange Ballbesitzpassagen in der gegnerischen Hälfte, die die Gäste anfangs noch gut verteidigt bekamen, wandelten sich mit der Zeit in größer werdenden Druck um. Einen strammen Abschluss von Dominik Doogs entschärfte Niklas Muth noch stark (24.), 60 Sekunden später musste er dann aber doch den Ball aus dem Netz holen. Eine Flanke von der rechten Angriffsseite wurde durch die SGS-Defensive schlecht verteidigt; Dominik Doogs sagte artig „Danke“ und traf zum Anschluss. Vor dem Halbzeitpfiff hätte jedoch der Gast die Führung noch einmal in die Höhe schrauben müssen, doch Christian Roos köpfte nach einer Stähler-Ecke zu hoch (30.) und schloss wenig später nach einem überragenden Zuspiel Jonas Brunners zu zentral ab (45.).

Was nach dem Seitenwechsel passieren sollte, ließ viele Selterser ratlos zurück. Bereits acht Minuten nach Wiederanpfiff köpfte Lukas Meister eine von vielen guten Olivier Basler-Ecken freistehend zum Anschlusstreffer ein, nur zwei Zeigerumdrehungen später war es Tobias Becker, der am zweiten Pfosten mutterseelenallein wartete, bis er die Ecke per Fuß einnetzen durfte - 3:3 (55.). Die Gastgeber waren also zurück im Spiel und natürlich gewillt, das Treiben komplett zu drehen. Nachdem die Drangphase ein wenig überstanden war und die SGS II auch offensiv mal wieder stattfand, leistete sie sich einen schlimmen individuellen Bock. Ein Freistoß aus dem Halbfeld wurde durch einen nur schwer nachvollziehbaren Querpass zur Kontereinladung für die SG Heringen/Mensfelden. Der eingewechselte Till Kremer ließ sich nicht zweimal bitten und besorgte die Führung für seine Farben (66.). Wenige Zeigerumdrehungen später eine ähnliche Situation: Wieder Freistoß für die Selterser Zweitvertretung, wieder gelang es der Heimelf einen Konter zu fahren und diesen erneut in Person von Till Kremer zu vollenden (73.). Als Kremer 120 Sekunden später seinen lupenreinen Hattrick zum 6:3 schnürte, war das Spiel entschieden. 

Nach Abpfiff von Schiedsrichter Patrick Heim, der sicherlich auf die eine oder andere Gelbe Karte hätte verzichten können, blickte man bei den Akteuren der SG Selters II in leere, beinahe schon entsetzte Gesichter. Nun gilt es, die Fassungslosigkeit, nach solch einem Spielverlauf ohne Punkte die Heimreise antreten zu müssen, aus den Köpfen zu bekommen, denn bereits am kommenden Sonntag geht es zum nächsten Auswärts- und Endspiel um den Klassenerhalt zur SG Villmar/Arfurt /Aumenau. Die SG Heringen/Mensfelden siegte auch aufgrund ihrer tollen moralischen Leistung verdient.

Heringen/Mensfelden: Lendle, Luksch, Meister, Schäfer, Basler, Neeb, Anzalone, Doogs, Schmid, Becker, Gärtner (Fonzo, Bremenkamp, Kremer) - Selters II: Muth, Müller, Stähler, Kremer, Gotthardt, Brunner, Jeck, Wolter, Fuchs, Schmidt, Roos (N. Rossel, C. Rossel, Annecke Petri) - SR: Heim (Hohenstein) - Tore: 0:1 (2.), 0:2 (8.) beide Justin Wolter, 0:3 Christian Roos (19.), 1:3 Dominik Doogs (25.), 2:3 Lukas Meister (53.), 3:3 Tobias Becker (55.), 4:3 (66.), 5:3 (73.), 6:3 (75.) alle Till Kremer - Zuschauer: 70.

 

von Marius Schönherr

SG Selters – FC Waldbrunn II 2:2 (1:1).

Eine Woche nach der Niederlage in Offheim ist der FC Waldbrunn II in Oberselters zu Gast. Erneut startet die SGS gut und geht in Führung, erneut ist danach ein extremer Leistungs- und Einstellungsabfall zu erkennen. Ein leichtes Aufbäumen in Halbzeit zwei und der Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit verhindern die Niederlage gegen Tabellen-13. der Kreisoberliga, der die drei Punkte in sicherlich irgendeiner Art und Weise verdient gehabt hätte.

Die Selterser kamen stark aus der Kabine, ließen den Gästen aus Waldbrunn vorerst keinen Zugriff aufs Spiel. Nach acht Miinuten bediente der in die Startelf zurückgekehrte Benjamin Maurer den gestarteten Dominic Voss mit einem feinen Ball in den Raum. Dieser ließ Tobias Keil keine Chance und erzielte unter tatkräftiger Unterstützung des Innenpfostens den Führungstreffer. Was danach folgte, war für viele Selterser – ob Funktionäre oder Zuschauer – schwer zu begreifen: Der Tabellenführer kam spielerisch überhaupt nicht mehr richtig aus der eigenen Hälfte heraus, die Bewegung im SGS-Mittelfeld war mangelhaft und der oft genutzte lange Hafer in Richtung Offensivabteilung wurde meist problemlos von der Waldbrunner Abwehr „weggeatmet“. Während vorne nicht viel ging, hatte die SGS-Defensive um Richard Müller und Samuel Stähler Schwerstarbeit zu verrichten. Nach einer Flanke von Silas Henrich und dem Schuss aus der Drehung von Tobias Rösler war Nicholas Schardt noch stark zur Stelle (16.), als er den Ball zur Ecke klärte. 120 Sekunden später war er jedoch gegen den schönen Abschluss Röslers machtlos. Ein ärgerlicher Ballverlust auf Seiten der Gastgeber leitete den Ausgleichstreffer ein, den Tobias Rösler mit Hilfe der Latte aus 16 Metern vollendete. Es dauerte bis zur 35. Minute, ehe auch der Ligaprimus wieder offensiv Akzente setzte. Ein Missverständnis brachte Moritz Steul in Aktion, der den Torhüter umkurvte. Sein Abschluss wurde gerade noch von der Linie gekratzt. Fünf Minuten später zeichnete sich erneut Nicholas Schardt aus; den Abschluss von Steffen Borbonus aus aussichtsreicher Position parierte er über die Latte (40.). Die letzte Aktion der ersten Halbzeit gehörte dann wieder der Heimelf, als Nils Toffeleit nach Flanke von Yannik Walli nur das Außennetz traf (45.).

Im zweiten Durchgang sah das Spiel der "Wassermänner" dann minimal besser aus, die langen Bälle wurden reduziert und der Versuch, spielerisch zum Erfolg zu kommen, brachte einige Chancen. Bitter für die SGS, dass an diesem Nachmittag selbst ein Elfmeter nicht helfen sollte. Nach Foul an Moritz Steul scheiterte der Gefoulte vom ominösen Punkt. Tobias Keil ahnte die Ecke und parierte - wie auch schon im Testspiel in der Winter-Vorbereitung (55.). Kurz darauf waren die Gäste dann wieder näher am Führungstreffer, doch Robin Traudt scheiterte freistehend an Nicholas Schardt (56.), während Tobias Rösler nach einem Eckstoß von Stanislav Kamerher zu hoch zielte (60.). Dann war wieder der Spitzenreiter an der Reihe: Zuerst bereitete ein Abschluss Benjamin Maurers Tobias Keil einige Probleme (63.); zwei Minuten darauf scheiterte Philipp Freppon am Querbalken. In der 79. Minute, in der man wohl eine Stecknadel zu Boden fallen hätte hören können, erzielte Steffen Borbonus in einer kuriosen Szene den Führungstreffer für die Reserve des FC Waldbrunn. Eine kalte Dusche für die Selterser, die nun alles dafür taten, um wenigstens einen Punkt zu behalten. Die Mühen wurden spät belohnt. Nach einer Flanke fand Dominic Voss per verunglücktem Kopfball den Kopf von Innenverteidiger Richard Müller, der Kugel ins Netz beförderte - 2:2 (91.). Kurz danach war Schluss und vor allem auf heimischer Seite blieben viele fragende Gesichter zurück.

Nach Abpfiff des guten Schiedsrichters Jens Ginster stand die Punkteteilung in Oberselters fest. Die Hausherren, denen der Punkt im Kampf um die Meisterschaft sicherlich zu wenig sein wird, ärgert sich zurecht nach der schwachen Leistung über die ausgebliebene Steigerung. Die zweite Mannschaft des FC Waldbrunn hingegen sammelte einen wichtigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt, hätte aber durchaus auch deren drei mit nach Hause nehmen können.

Nach dem spielfreien Sonntag nächste Woche geht es für die SG Selters in zwei Wochen gegen die SG Merenberg darum, den ersten "Dreier" in 2020 einzufahren.

Selters: Schardt, M. Stähler, Müller, Toffeleit, S. Stähler, Maurer, Steul, Pabst, Walli, Voss, Freppon (Vollbracht) - Waldbrunn: Keil, Sender, Schäfer, Hölzer, Born, Rodrigues Tomas, Henrich, Borbonus, Kamerher, Rösler, Traudt (Ortseifen, Mühl, Steinhauer) - SR: Ginster (Heidenrod) - Tore: 1:0 Dominic Voss (8.), 1:1 Tobias Rösler (18.), 1:2 Steffen Borbonus (79.), 2:2 Richard Müller (90.+1) - Bes. Vorkommnis: Moritz Steul scheitert mit Foulelfmeter an Tobias Keil (55.) - Zuschauer: 60.

SC Offheim - SG Selters 4:1 (2:1).

Nach der vierwöchigen, eher mittelmäßig verlaufenden Vorbereitung geht es zum Auftakt in die Restsaison zum SC Offheim. Die SGS startet beim Angstgegner stark, lässt aber mit fortschreitender Dauer der Partie auch genauso stark wieder nach. Aufgrund der mangelnden Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und der schwachen Zweikampfbilanz im Defensivbereich bleiben am Ende die Punkte völlig verdient in Offheim.

Selters kam entschlossen und spritzig aus der Kabine und so dauerte es nicht einmal 60 Sekunden, ehe der Ball im Netz der Hausherren zappelte. Jan Hendrik Pabst, der nach seinem überstandenen Mittelfußbruch ins zentrale Mittelfeld zurückkehrte, fasste sich aus 25 Metern ein Herz und besorgte mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck die 1:0-Führung (1.). Nur drei Minuten später hätte er fast zum zweiten Mal gejubelt: Einen tückischen Freistoß Samuel Stählers wehrte SCO-Schlussmann Daniel Bohland ab und auch beim Nachschuss von Pabst war der Keeper wieder zur Stelle (4.). Auch vier Minuten später hielt er die Gastgeber im Spiel, als er einen Abschluss Yannik Wallis parierte.
Die SGS riss das Spiel weiter an sich und erspielte sich unzählige, hochkarätige Chancen. In Minute 17 hätte es dann 2:0 stehen müssen. Spielertrainer Moritz Steul bediente per Querpass  Dominic Voss, der aus fünf Metern den liegenden SCO-Schlussmann anschoss. Bitter für den Ligaprimus, vor allem weil ab diesem Zeitpunkt das ungeschriebene Gesetz „Wenn man vorne die Tore nicht macht, […]“ zutreffen sollte. Alles, was die Wassermänner bis zu diesem Zeitpunkt gut gemacht hatten, sollte nun schlecht werden. Nach 18 Minuten gelang dem SC Offheim der Ausgleich: Robin Müller tat es SGS-Akteur Jan Pabst gleich und zog ebenfalls aus 25 Metern ab. Nicholas Schardt, der wohl einen Schritt zu weit vor seinem Tor stand, war ohne Chance – 1:1. Selters reagierte wütend und hätte kurze Zeit später auch wieder in Führung gehen müssen.  Alexander Vollbracht setze sich stark durch und bediente Dominic Voss, der aus kurzer Distanz am starken Daniel Bohland scheiterte (25.). Und so stand vier Minuten später der Führungswechsel fest: Nach einer harmlosen Flanke von Robin Müller schienen sich Innenverteidiger Nils Toffeleit und Torhüter Nicholas Schardt nicht einig gewesen zu sein - Mariusz Komorek sagte „Danke“ und stellte mit dem Nachschuss auf 2:1 (29.). Vor dem Pausenpfiff versuchten die Gäste händeringend den Ausgleich zu erzielen, doch weder Alexander Vollbracht noch Jan Hendrik Pabst per Kopf kamen am starken SCO-Keeper vorbei.

Den Beginn der zweiten Hälfte bestimmten die Offheimer, Selters kam nur schwer aus der eigenen Hälfte heraus. Richtig gefährlich wurde es jedoch erst nach einem Konter, doch Holger Müller traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (59.). 60 Sekunden darauf die erneute Großchance für die SGS, den Ausgleich zu erzielen. Dominic Voss legte stark auf Moritz Steul ab, doch dieser tat es seinem Vorlagengeber gleich und scheiterte aus fünf Metern an Daniel Bohland, der aber auch stark antizipierte. Nur wenige Zeigerumdrehungen danach dann die erneute kalte Dusche für die Gäste. Nachdem Moritz Steul im Angriff klar per Foul gestoppt wurde, die Pfeife des Unparteiischen jedoch stumm blieb, schalteten die Gelb-Blauen blitzschnell um und erhöhten in Person von Murat Ince auf 3:1 (63.). Nach 70 Minuten konnte sich die SG Selters bei ihrem Schlussmann bedanken, dass das Spiel nicht schon früher entschieden wurde, denn er parierte liegend gegen Kevin Jung. Kurz darauf war es aber soweit: Eine Flanke von der rechten Seite landete auf dem Kopf von Lukas Bünning, der die komplette Resthoffnung der SGS-Akteure und mitgereisten Fans platzen ließ - Das Abwehrverhalten der "Wassermänner" war schlichtweg keines.

Nach Abpfiff von Schiedsrichter Philipp Freese, der des Öfteren etwas überfordert wirkte, keinesfalls aber schlecht war, ärgerte sich die SG Selters, die mit hohen Zielen in die Restsaison gegangen war, über den verpatzen Auftakt. Der SC Offheim, der insgesamt eine tolle Vorstellung bot, vor allem im ersten Durchgang aber auch reichlich Glück und einen herausragenden Torhüter hatte, sammelt hingegen wichtige Punkte im Abstiegskampf der Kreisoberliga.

Die SGS hat nun eine Woche Zeit, sich von der Pleite zu erholen, ehe es im heimischen Oberselters am Sonntag gegen die Zweite des FC Waldbrunn geht.

Offheim: Bohland, L. Müller, Hoferichter, Gerner, Komorek, R. Müller, Groß, Iscenko, Kunz, H. Müller, Bünning (Ince, Erbach, Jung) - Selters: N. Schardt, M. Stähler, Toffeleit, Fuchs, Kremer, S. Stähler, Vollbracht, Steul, Pabst, Walli, Voss (Freppon, Maurer) - SR: Freese (Bad Homburg) - Tore: 0:1 Jan Hendrik Pabst (1.), 1:1 Robin Müller (18.), 2:1 Mariusz Komorek (29.), 3:1 Murat Ince (63.), 4:1 Lukas Bünning (70.) - Zuschauer: 100.

von Marius Schönherr

TSG Oberbrechen – SG Selters II 2:0 (1:0).

Zum Start ins Pflichtspieljahr 2020 ist die SG Selters II beim Aufstiegskandidaten TSG Oberbrechen zu Gast. Der Aufsteiger, der trotz des Sieges im Hinspiel erneut als Außenseiter in die Partie geht, wird nahezu die komplette erste Halbzeit in die eigene Hälfte gedrückt, kann sich aber im zweiten Durchgang befreien und für ein offenes Spiel sorgen. Am Ende bleibt der „Lucky Punch“ jedoch aus – der Favorit setzt sich knapp mit 2:0 durch.

Vom Start weg gab der Kreisoberliga-Absteiger klar zu verstehen, wer der Herr im Haus sein würde. Die TSG erspielte sich Chance um Chance. Die erste brenzlige Situation entschärfte Jacob Kremer auf der Linie, als sich Pascal Schmitt per Kopfball-Heber versuchte (13.). Zehn Minuten später war Torhüter Niklas Muth das erste Mal gefordert, als er einen Abschluss von Steve Hönscher parierte. Als ein tückischer Freistoß Pascal Schmitts jedoch auf Hönschers Kopf landete, war Selterser Torhüter machtlos; die verdiente Führung für die Gastgeber (26.). Die Drangphase der Oberbrecher sollte jedoch noch nicht zu Ende sein. Nach einer halben Stunde schloss erneut Steve Hönscher zu harmlos ab, als die SGS-Defensive den Ball nicht deutlich genug klärte, 120 Sekunden darauf testete Al Mohammad Niklas Muth aus der Distanz, jedoch vergeblich. Auch als Quentin Wagner – ebenfalls aus der Ferne – abzog, war der beste Selterser zur Stelle und klärte zur Ecke (33.). Erneut nur zwei Minuten später waren die Gäste dann im Glück, als Pascal Schmitts Freistoß von der Mauer abgefälscht nur auf der Latte landete. Das Aluminiumpech der TSG Oberbrechen setzte sich fort, als Mohammed Al Mohammad nach starker Einzelleistung aus 25 Metern Entfernung nur den Innenpfosten traf – da wäre selbst Niklas Muth chancenlos gewesen.  So ging es mit – aus Oberbrechener Sicht – nur 1:0 in die Pause. Die Heimelf ärgerte sich über die liegengebliebenen Torchancen, Selters II hingegeben verspürte hingegen Hoffnung, die Gesetzesmäßigkeiten vergebener Torchancen zu bestrafen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte änderte sich das Spiel drastisch. Die in der ersten Hälfte so überlegene TSG überließ den Selterser Reservisten das Spielgerät. Der Aufsteiger tastete sich langsam an das Tor heran und so dauerte es nicht lange, bis sich erste Chancen boten. Nach 68 Minuten klärte Torhüter Tristan Wagner einen Freistoß von Luca Jeck zu kurz, Emre Can jedoch verfehlte das Tor knapp. Drei Minuten später war es – erneut aus 16 Metern – Justin Wolter, der etwas zu hoch zielte. Zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit dann die wohl dickste Chance der Partie: Ein Eckstoß Samuel Stählers mit anschließender Kopfball-Hereingabe Luca Jecks orgte für mächtig Unruhe vor dem Oberbrechener Tor, mehrmals scheiterten die SGS-Akteure in Person von Christian Roos und Justin Wolter an den aufopferungsvollen Verteidigungsaktionen der TSG-Defensive. Der Ausgleich lag also die komplette zweite Hälfte in der Luft, fallen wollter er jedoch nicht.  In den Schlussminuten kamen die Gastgeber zu einigen Konterchancen und so hatte SGS-Keeper Niklas Muth noch einmal die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Zuerst entschärfte er gegen Al Mohammad und auch Paul Schneider kam mit seinem Nachschuss nicht an ihm vorbei (86.). Kurz vor dem Ende der Partie kam Martin Rudloff in den Genuss, der Erste unter der warmen Dusche sein zu dürfen, Schiedsrichter Krämer schickten ihn mit Gelb-Rot vorzeitig vom Feld (90.+2). Benedikt Pötz besorgte aber schließlich nach einem Konter mit dem Schlusspfiff das 2:0 (90.+5).

Nach Abpfiff von Schiedsrichter Hans-Uwe Krämer durfte die TSG Oberbrechen also weiterhin vom Erreichen des Relegationsplatzes träumen, die SG Selters II hingegen musste sich trotz deutlich unterlegener erster Halbzeit ärgern, dass vor allem nach der starken zweiten Hälfte keine Punkte mit ins Nachbarort genommen wurden. Dennoch präsentierte sich das Team von Lars Gendritzki trotz schlechter Vorbereitung als unangenehmer Gegner und hofft darauf, bei Teams auf Augenhöhe punkten zu können.

Am kommenden Dienstag geht es bei der SG Heringen/ Mensfelden weiter.

Oberbrechen: T. Wagner, K. Kremer, E. Eufinger, Schraut, Rudloff, Stricker, Schneider, Q. Wagner, Hönscher, Schmitt, Al Mohammad (Leimpek, Pötz, F. Eufinger) - Selters II: Muth, Kasteleiner, Müller, Gotthardt, Kremer, Stähler, Brunner, Jeck, Roos, N. Rossel, Gattinger (Wolter, C. Rossel, Can) - SR: Krämer (Hahnstätten) - Tore: 1:0 Steve Hönscher (26.), 2:0 Benedikt Pötz (90.+5) - Gelb-Rot: Martin Rudloff (O./90., Unsportlichkeit) - Zuschauer: 100.

 

VON MARIUS SCHÖNHERR

SG Selters - TuS Waldernbach 5:2 (0:0).

Am letzten Spieltag im Jahr 2019 geht es nur vier Wochen nach dem 4:1-Sieg im Hinspiel für die SG Selters erneut gegen den TuS Waldernbach. Der Favorit dominiert das Spiel, muss aber bis kurz vor Schluss um den Dreier kämpfen. Die Gäste aus dem Westerwald machen es ihrem Widersacher nicht leicht und kommen zweimal  ins Spiel zurück. Der 5:2-Erfolg der SGS rundet am Ende ein denkwürdigendes Fußballjahr gebührend ab.

Die erste Chance nach nicht einmal 60 Sekunden ging auf das Konto der Waldernbacher. Ein lang geschlagener Ball von Dmitri Wagner bereitete der SG-Defensive leichte Probleme. Stürmer Niklas Zinndorf erlief sich die Kugel und schuss volley knapp über das Gehäuse von Nicholas Schardt. Die Gastgeber, die mit Maximilian Stähler auf der Spielmacherposition und Moritz Steul auf dem Flügel starteten, kamen in Minute sieben zum ersten Mal gefährlich vor das Tor: Yannik Walli schlug eine scharfe Flanke und Dmitri Wagner versenkte diese beinahe im eigenen Tor. Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war die Heimelf das Team, das die Chancen verbuchte, aber nicht nutzte. Nach 24 Minuten schloss Oliver Tausch eine Ablage Maximilian Stählers direkt ab, TuS-Torhüter Robin Markus Beck klärte zur Ecke. Auch acht Minuten vor dem Pausentee war die Kugel nicht im Netz. Diesmal bekam Maximilian Stähler den Ball von Dominic Voss aufgelegt; der Schluss aus zentraler Position rauschte am rechten Pfosten vorbei (37.) 120 Sekunden später bekam die SGS einen Freistoß zugesprochen, den sich Kapitän Samuel Stähler in halblinker Position zurechtlegte. Der gut getretene Rechtsschuss landete am Lattenkreuz. Den hatten mit Sicherheit einige auf dem Oberselterser Winterholz schon drin gesehen.

Nach dem Seitenwechsel sollte Samuel Stähler dann weniger Aluminium-Pech haben. Dominic Voss bediente seinen Kapitän mit feinem Pass, der den Ball gekonnt ins Tor beförderte (46.). Sechs Minuten später spielte Moritz Steul Yannik Walli frei, dessen Abschluss Robin Markus Beck stark parierte. Kurze Zeit später lag das Spielgerät dann doch im Netz. Samuel Stähler sorgte mit einem guten Ball auf Yannik Walli für seinen zweiten Scorerpunkt an diesem Tag, Walli hingegen markierte mithilfe des linken Pfostens die 2:0-Führung (56.). Die angereisten Westerwälder gaben sich aber noch nicht auf: Nach einem Fehlpass in der Selterser Defensive und einem langen Ball auf Niklas Zinndorf stand es plötzlich nur noch 2:1. Zinndorf setzte sich klasse durch und schloss noch besser ab (67.). Der Tabellenführer wollte die drei Punkte aber auf jeden Fall in Oberselters behalten und stellate zwölf Minuten vor dem Ende den alten Abstand wieder her. Eine super Kombination zwischen Yannik Walli, Moritz Steul und Dominic Voss landete am Ende bei Oliver Tausch, der den Ball brachial in die Maschen schoss. Doch wer glaubte, die „Wassermänner“ könnten sich nun auf der Führung ausruhen, wurde 120 Sekunden eines Besseren belehrt. Mit einer Ecke von Wilhelm Scharf und dem am zweiten Pfosten positionierten Christopher Hermann, der zum 3:2 einnickte, machte es der Aufsteiger noch einmal spannend. Diese Spannung sollte aber nur drei Zeigerumdrehungen spatter endgültig Geschichte sein. Samuel Stähler bediente per Ecke den am langen Sechszehnereck einschussbereiten Moritz Steul, der sehenswert auf 4:2 stellte (83.). Kurz vor  Schluss erhöhte Dominic Voss auf 5:2 (87.).

Der gute Schiedsrichter Jörg Coenen machte mit seinem Schlusspfiff den Endstand, der mit Blick auf den Spielverlauf wohl etwas zu hoch ausfiel, amtlich. Zum Jahreswechsel blicken nun beide Mannschaften auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Die Waldernbacher, die sich nach dem Aufstieg in die Kreisoberliga gut präsentierten und auf einem Nichtabstiegsrang überwintern, können sicherlich genauso zufrieden sein wie die SG Selters. Nach einer überragenden Rückrunde in der abgelaufenen Saison und der Niederlage in der Gruppenliga-Aufstiegsrunde gegen den SV Hallgarten startete man fulminant in die neue Saison und steht nach 21 gespielten KOL-Partien mit vier Punkten Vorsprung auf Rang eins.

Selters: Schardt, M. Stähler, Toffeleit, Müller, Tausch, S. Stähler, Maurer, Steul, Walli, Voss, Schmidt (Can) - Waldernbach: Beck, Weber, Halle, Scharf, Zinndorf, Wagner, Seitz, Masan, Heep, Vorländer, Maric (Hermann, Jukovic, Koljsi) - SR: Coenen (Weilmünster) - Tore: 1:0 Samuel Stähler (46.), 2:0 Yannik Walli (56.), 2:1 Niklas Zinndorf (67.), 3:1 Oliver Tausch (78.), 3:2 Christopher Hermann (80.), 4:2 Moritz Steul (83.), 5:2 Dominic Voss (87.) - Zuschauer: 60.

   

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